Was ist der KIM-Dienst — und was unterscheidet ihn von normaler E-Mail?
KIM ist technisch ein E-Mail-Dienst, der ausschließlich innerhalb der Telematikinfrastruktur läuft. Jede Nachricht wird Ende-zu-Ende verschlüsselt (S/MIME mit eHBA-/SMC-B-Zertifikaten), die Adressen sind im zentralen Verzeichnisdienst der gematik geführt — Fremde können keine KIM-Mail an Sie senden, weil sie schlicht keinen Zugang zum Postfach haben.
Nachrichten verlassen Ihr Postfach nur verschlüsselt. Selbst der KIM-Anbieter kann den Inhalt nicht einsehen. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber regulärer Geschäfts-E-Mail, die nur auf der Transport-Strecke (TLS) geschützt ist.
KIM-Nachrichten gelten als zugestellt, sobald sie im Postfach des Empfängers eingegangen sind (vergleichbar mit dem De-Mail-Mechanismus). Empfangsbestätigungen sind automatisch verfügbar — eine erhebliche Erleichterung in Streitfällen.
Jede KIM-Adresse ist mit einer SMC-B-Karte verknüpft. Es gibt also kein anonymes Postfach — Sie wissen immer, welche Praxis bzw. welcher Arzt Ihnen schreibt. Das eliminiert klassische Phishing-Vektoren komplett.
Befunde, MRT-Auszüge, Therapieberichte oder fotografierte Verordnungen können als Anhang übertragen werden — bis zur durch die gematik festgelegten Größengrenze. Das ist mehr als die meisten Krankenhaus-Faxgeräte verarbeiten können.