Telematikinfrastruktur 8 Minuten Lesezeit Veröffentlicht Juni 2026

Telematikinfrastruktur (TI) für Heilmittelerbringer.
Fristen, Pflichten & GKV-Förderung 2026/2027

Die Vernetzung des deutschen Gesundheitswesens schreitet voran. Für Heilmittelerbringer gilt nach der jüngsten Verschiebung eine neue Frist für den TI-Anschluss. Hier erfahren Sie sachlich und im Detail, was auf Ihre Praxis zukommt, wie hoch die monatlichen GKV-Förderpauschalen ausfallen und wie Sie die Anbindung reibungslos meistern.

Kurz und knapp — TI-Pflicht 2027

Anschlusspflicht: 01.10.2027 für alle Heilmittelerbringer. eVO-Start: 01.01.2027. 4 Komponenten: eHBA, SMC-B, eHealth-Kartenterminal, TI-Gateway. Förderpauschale 2026: 221,74 €/Monat (Physio) bzw. 213,52 €/Monat (Ergo, Logo, Podo) — Netto-Null-Ergebnis bei moderner TIaaS-Lösung.

01 / 05 Gesetzeslage & Termine

Hintergrund: Was ist die TI und welche Fristen gelten?

Die Telematikinfrastruktur (TI) ist die digitale Autobahn des deutschen Gesundheitswesens. Sie verbindet Ärzte, Zahnärzte, Apotheken, Krankenhäuser und Heilmittelerbringer in einem geschlossenen, hochsicheren Netzwerk. Ziel ist es, medizinische Daten sicher auszutauschen und administrative Abläufe massiv zu beschleunigen.

TI-Anschlusspflicht ab 01.10.2027

Ursprünglich für einen früheren Zeitpunkt geplant, hat der Bundestag im November 2025 die gesetzliche Frist verschoben. Für alle Heilmittelerbringer (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Podologie) ist der TI-Anschluss nun ab dem 01.10.2027 gesetzlich verpflichtend.

eVO-Einführung ab 01.01.2027

Die eVO (elektronische Heilmittelverordnung) startet bereits zum 01.01.2027. Ab diesem Zeitpunkt stellen Ärzte Verordnungen elektronisch aus. Praxen müssen ab Oktober 2027 in der Lage sein, diese Verordnungen digital anzunehmen, zu bearbeiten und im Rahmen der §302-Abrechnung zu verarbeiten.

02 / 05 Technische Ausstattung

Die vier technischen Komponenten für Ihre Praxis

Für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur ist ein Zusammenspiel aus Hardware, Software und personalisierten Ausweisen notwendig. Sie müssen Ihre Infrastruktur vor dem Stichtag entsprechend vorbereiten.

Komponente Beschreibung / Rolle im Praxisalltag Typische Kosten
eHBA (Heilberufsausweis) Personengebundene Smartcard für Therapeut:innen zur rechtssicheren qualifizierten elektronischen Signatur (QES) der eVO und digitaler Therapieberichte. ca. 8–10 € / Monat
SMC-B (Praxisausweis) Die Institutionskarte authentifiziert Ihre Praxis als berechtigten Teilnehmer innerhalb der TI. Sie verbleibt dauerhaft im Kartenterminal. ca. 23–30 € / Jahr
eHealth-Kartenterminal Physisches Lesegerät, das in der Praxis aufgestellt wird, um Gesundheitskarten der Patient:innen (eGK) einzulesen und eHBA/SMC-B zu authentifizieren. ca. 350–500 € (einmalig)
TI-Gateway / Konnektor Stellt den sicheren VPN-Tunnel (TI-Zugang) her. Moderne Lösungen nutzen "TI-as-a-Service" als Cloud-Dienstleistung, wodurch teure Hardware-Konnektoren vor Ort entfallen. ca. 50–80 € / Monat
03 / 05 Finanzierung & Pauschalen

Kosten & Refinanzierung: Die GKV-Förderung 2026/2027

Die Kosten für die Beschaffung und den laufenden Betrieb der TI-Komponenten müssen von Praxisinhaber:innen nicht selbst getragen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Aufwände über monatliche Pauschalen.

Netto-Null-Ergebnis

Da die laufenden Kosten für ein modernes TI-Gateway in der Cloud sowie die Abschreibung der Hardware in der Regel vollständig durch die monatlichen Erstattungen der GKV abgedeckt werden, belaufen sich die Kosten für Ihre Praxis netto auf rund 0 €.

Anpassung der Förderpauschalen 2026

Im Vergleich zu den Vorjahren wurden die Förderpauschalen für das Jahr 2026 angehoben, um gestiegene Infrastrukturkosten auszugleichen. Die Erstattung gliedert sich in eine Basispauschale und einen personengebundenen eHBA-Zuschlag.

Fachbereich Basispauschale (Monat) eHBA-Zuschlag (Monat) Gesamtförderung (Monat)
Physiotherapie 213,75 € 7,99 € 221,74 €
Ergotherapie, Logopädie, Podologie 205,83 € 7,69 € 213,52 €

Hinweis: Stand 2026. Rechenbeispiel, alle Angaben ohne Gewähr. Die Pauschalen werden direkt über die zuständigen Zulassungsstellen bzw. Kassenverbände beantragt und ausgezahlt, sobald die Praxis die TI-Anbindung nachweist.

04 / 05 Projekt-Fahrplan

Schritt-für-Schritt: Der Fahrplan für Praxisinhaber

Warten Sie nicht bis zum letzten Tag vor dem Stichtag im Oktober 2027. Durch die Beantragungszeiten bei den Ausweisstellen und eventuelle Lieferengpässe bei Kartenterminals empfiehlt sich ein strukturierter Ablauf.

Schritt 1: eHBA beantragen

Jeder therapeutische Mitarbeiter, der Verordnungen digital signieren muss, benötigt einen eHBA. Beantragen Sie diesen frühzeitig über das Portal Ihres elektronischen Gesundheitsberufsregisters (eGBR) bzw. Ihrer zuständigen Kammer. Die Identitätsprüfung (Postident oder Kammer-Ident) nimmt einige Wochen in Anspruch.

Schritt 2: SMC-B (Praxisausweis) bestellen

Bestellen Sie die SMC-B-Karte ebenfalls über das eGBR bzw. einen zugelassenen Vertrauensdienstleister (DVO). Dieser Ausweis verbleibt dauerhaft im eHealth-Kartenterminal und dient als elektronischer Stempel der Betriebsstätte.

Schritt 3: TI-Dienstleister wählen

Wählen Sie einen zertifizierten TI-Dienstleister, der Ihnen einen TI-as-a-Service-Zugang zur Verfügung stellt. Vorteil dieser Cloud-Dienste: Sie müssen keinen lokalen physischen Konnektor anschaffen, warten und updaten. Die VPN-Verbindung läuft verschlüsselt direkt über die Server des Dienstleisters.

Schritt 4: Terminal installieren & abrechnen

Sobald die SMC-B und die Lesegeräte eintreffen, verbinden Sie diese über Ihr TI-Gateway mit dem Netzwerk. Nach erfolgreicher Aktivierung reichen Sie den Nachweis bei Ihrer Zulassungsstelle ein, um die monatliche GKV-Förderpauschale zu aktivieren.

05 / 05 Praxissoftware & Praxura

Wie Praxura Sie bei der TI-Anbindung unterstützt

Eine moderne Praxis-Software sollte Ihnen die Integration der Telematikinfrastruktur so leicht wie möglich machen. Praxura ist als zukunftssichere SaaS-Software genau darauf ausgelegt.

Zertifizierte TI-Anbindung

Praxura bietet die TI-Anbindung als optionales Zusatzmodul über einen zertifizierten TI-Dienstleister an. Dadurch werden eHBA, SMC-B und das eHealth-Kartenterminal nahtlos in Ihre täglichen Workflows integriert. Sie benötigen keine eigene IT-Infrastruktur oder teure Hardware-Wartungen.

Bereit für die eVO

Mit Praxura sind Sie optimal auf das elektronische Rezept vorbereitet. Die Software verarbeitet eVO-Daten automatisch und führt sie in der digitalen Patientenakte zusammen. In Kombination mit unserer KI-Rezeptprüfung (die Rezepte per Smartphone-Scan auf HMR-Konformität prüft) minimieren Sie Abrechnungsfehler schon vor dem TI-Echtbetrieb.

Durchgängige Praxis-Prozesse

Ob **Online-Terminbuchung** mit automatisierter **Warteliste**, **elektronisches Fahrtenbuch** für Hausbesuche oder die kommissionsfreie Vorbereitung der **§302-DTA-Abrechnung**: Praxura verbindet alle administrativen Schritte. So bleibt Ihnen mehr Zeit für Ihre Patient:innen – während die TI-Komponenten geräuschlos im Hintergrund arbeiten.

Sicherheit & DSGVO

Ihre Daten werden sicher und verschlüsselt auf ISO-27001-zertifizierten EU-Servern in Frankfurt am Main gehostet. Das entspricht höchsten Datenschutz- und DSGVO-Standards und schützt sensible Gesundheitsdaten zuverlässig.

"Die Telematikinfrastruktur ist keine zusätzliche Hürde, sondern das Fundament für eine zukunftssichere, papierlose Heilmittelpraxis."

Praxura Redaktion

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Häufig gestellte Fragen zur TI

Wichtige Fragen und Antworten zur Telematikinfrastruktur und den Pflichten für Heilmittelpraxen.

Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) wird für Heilmittelerbringer (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Podologie) zum 01.10.2027 verpflichtend. Die elektronische Verordnung (eVO) wird jedoch bereits zum 01.01.2027 eingeführt. Daher empfiehlt es sich, den technischen Anschluss bereits vor der finalen Frist zu vollziehen.
Die Kosten setzen sich aus einmaligen Anschaffungskosten für Hardware (Kartenterminals) und einmaligen Einrichtungsgebühren sowie laufenden monatlichen Kosten für den TI-Gateway-Zugang (Konnektor-Miete/Cloud-Gateway-Nutzung) und Gebühren für eHBA und SMC-B zusammen. Bei Nutzung moderner Cloud-Systeme liegen die laufenden Kosten typischerweise zwischen 50 € und 80 € im Monat.
Ja. Die GKV-Fördervereinbarung regelt eine vollständige monatliche Refinanzierung der TI-Kosten. Seit 2026 zahlt die GKV im Fachbereich Physiotherapie eine Pauschale von 221,74 €/Monat (213,75 € Basispauschale + 7,99 € eHBA-Zuschlag) und in den Fachbereichen Ergo-, Logo- und Podologie 213,52 €/Monat (205,83 € Basispauschale + 7,69 € eHBA-Zuschlag). Das Rechenbeispiel ist ohne Gewähr.
Sie benötigen zwingend einen Praxisausweis (SMC-B) zur eindeutigen Authentifizierung Ihrer Heilmittelpraxis, mindestens einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) für die fachliche Leitung zur Signatur digitaler Dokumente, mindestens ein eHealth-Kartenterminal zur Kartenprüfung vor Ort und eine Anbindung an ein TI-Gateway (in der Regel über eine Software-Integration per TI-as-a-Service).
Ja. Praxura bietet die Anbindung an die Telematikinfrastruktur als optionales, nahtlos integriertes Zusatzmodul über einen zertifizierten TI-Dienstleister an. So können Sie SMC-B, eHBA und das eHealth-Kartenterminal direkt aus der Software heraus steuern und eVOs verarbeiten, ohne sich mit komplexer Hardware-Konfiguration herumschlagen zu müssen.