Finanzen & Abrechnung 8 Minuten Lesezeit 03. Juni 2026

Zahlungsausfälle vermeiden: Zuzahlungen & automatisiertes Mahnwesen.

Der gesetzliche Eigenanteil und offene Privatrechnungen belasten die Liquidität von Heilmittelpraxen erheblich. Erfahren Sie, wie Sie mit Praxura die Zuzahlung automatisch berechnen, quittieren und offene Posten per automatisiertem Mahnwesen absichern.

SCHRITT 1
Rechtlicher Rahmen

Gesetzliche Zuzahlung bei Heilmitteln verstehen

Für gesetzlich versicherte Patienten gilt bei Heilmittel-Verordnungen (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie) eine Zuzahlungspflicht. Diese ist kein Entgelt für die Praxis, sondern wird im Auftrag der Krankenkassen eingezogen und mit dem Erstattungsbetrag verrechnet.

Berechnungsformel

Der Eigenanteil setzt sich gemäß § 32 SGB V aus 10 % der Behandlungskosten (Heilmittelpreise nach dem bundeseinheitlichen Heilmittelkatalog) plus 10 € je Verordnung zusammen.

Befreiung & Nachweis

Kinder unter 18 Jahren sind grundsätzlich befreit. Erwachsene Patienten müssen einen gültigen Befreiungsausweis vorlegen. Die Praxis ist gesetzlich verpflichtet, das Vorliegen einer Befreiung zu prüfen und zu dokumentieren.

SCHRITT 2
Praxisökonomie

Warum offene Zuzahlungen die Liquidität gefährden

Zahlungsausfälle und schleppende Zahlungseingänge sind ein häufig unterschätztes Risiko für Heilmittelpraxen. Da Krankenkassen bei der Abrechnung die Zuzahlung automatisch vom Erstattungsbetrag abziehen, bleibt die Praxis auf dem Minus sitzen, wenn der Patient nicht zahlt.

Der Abrechnungseffekt

Die Krankenkasse überweist der Praxis bei der Abrechnung nur 90 % des Vertragssatzes abzüglich der 10 € Pauschale. Die fehlenden Beträge müssen direkt beim Patienten eingezogen werden – geschieht dies nicht, sinkt der Praxisumsatz spürbar.

Administrativer Aufwand

Das manuelle Nachverfolgen von Kleinstbeträgen (wie 20 € oder 30 € Zuzahlung) kostet wertvolle Therapie- und Anmeldezeit. Ohne ein systematisches Vorgehen gehen diese Forderungen im Praxisalltag oft unter.

"Jede nicht eingezogene Zuzahlung ist ein direkter Umsatzverlust, da die Krankenkasse den Eigenanteil unweigerlich von Ihrer Erstattung abzieht."

Praxura Insights · Abrechnungsoptimierung
SCHRITT 3
Software-Lösung

Zuzahlungsabrechnung automatisieren mit Praxura

Praxura nimmt Ihnen das Rechnen und die manuelle Belegerstellung komplett ab. Die Software ermittelt anhand des hinterlegten Heilmittelkatalogs und des Rezeptstatus den genauen Betrag und bereitet alles für den reibungslosen Ablauf vor.

Präzise Berechnung

Sobald eine Verordnung in der digitalen Patientenakte erfasst wird, berechnet Praxura automatisch den exakten Eigenanteil. Der Befreiungsstatus wird zentral im System hinterlegt und berücksichtigt.

Quittungsdruck

Mit einem Klick drucken Sie die Zuzahlungsrechnung oder eine rechtskonforme Zahlungsquittung für den Patienten aus. So halten Sie die gesetzliche Nachweispflicht mühelos ein.

Position / Heilmittel (Beispiel Physiotherapie) GKV-Vertragssatz (Gesamt) 10 % Eigenanteil
10x Krankengymnastik (KG, z. B. 26,80 € / Einheit) 268,00 € 26,80 €
Pauschale Gebühr je Verordnung - 10,00 €
Gesamte gesetzliche Zuzahlung des Patienten 268,00 € 36,80 €

Stand 2026. Rechenbeispiel ohne Gewähr. GKV-Sätze weichen je nach Bundesland und Verband ab.

SCHRITT 4
Forderungsmanagement

Das automatisierte Mahnwesen von Praxura nutzen

Wenn Patienten Zuzahlungen oder Privatrechnungen nicht direkt begleichen, greift das automatisierte Mahnwesen von Praxura. Sie behalten offene Posten im Blick, ohne manuell Listen abgleichen zu müssen.

Mahnstufen & Fristen

Das System führt offene Rechnungen in einer übersichtlichen Mahnliste. Nach Ablauf des Zahlungsziels werden Mahnungen in definierten Eskalationsstufen vorbereitet.

Automatisierter Export

Sie können Zahlungserinnerungen und Mahnschreiben gesammelt als PDF generieren und ausdrucken oder direkt per Mail versenden. Das spart wertvolle Verwaltungszeit an der Rezeption.

Stufe Zeitpunkt Tonalität & Inhalt Gebühr (Empfohlen)
Zahlungserinnerung 14 Tage nach Rechnungsstellung Freundlicher Hinweis auf die offene Rechnung. 0,00 €
1. Mahnung 14 Tage nach Erinnerung Formelle Aufforderung mit neuer Fristsetzung. 2,50 €
2. / Letzte Mahnung 10 Tage nach 1. Mahnung Nachdrückliche Aufforderung, Ankündigung gerichtliches Mahnverfahren. 5,00 €
SCHRITT 5
Buchhaltung & Compliance

GoBD-konforme Belegliste für das Finanzamt führen

Zahlungseingänge müssen GoBD-konform dokumentiert und revisionssicher archiviert werden. Das bedeutet: Keine nachträglichen, unprotokollierten Änderungen an Rechnungen und Quittungen. Praxura sichert Ihre Buchhaltung rechtlich ab.

GoBD-Belegliste

Jede erstellte Quittung und jeder erfasste Zahlungseingang wird chronologisch in der GoBD-konformen Belegliste erfasst. Das Journal ist unveränderbar und lückenlos nachvollziehbar.

Steuerberater-Export

Am Monatsende exportieren Sie die Belegdaten mit wenigen Klicks. Ihr Steuerberater erhält eine saubere CSV- oder DATEV-kompatible Datei, was Rückfragen minimiert und Buchungskosten spart.

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Holen Sie sich die Kontrolle über Ihre Finanzen zurück.

Sichern Sie die Liquidität Ihrer Praxis. Berechnen Sie Zuzahlungen automatisiert, erstellen Sie rechtskonforme Belege und nutzen Sie das automatisierte Mahnwesen von Praxura.

Häufig gestellte Fragen

Wissenswertes rund um Zuzahlungen und das Mahnwesen in Heilmittelpraxen.

Die gesetzliche Zuzahlung (Eigenanteil Heilmittel) beträgt nach § 32 SGB V 10 % der Behandlungskosten plus eine pauschale Gebühr von 10 € pro ärztlicher Verordnung, sofern der Versicherte nicht von der Zuzahlung befreit ist.
Befreit sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Versicherte, die einen gültigen Befreiungsausweis ihrer Krankenkasse vorlegen. Die Befreiung wird erteilt, wenn die Belastungsgrenze (i. d. R. 2 % bzw. 1 % bei chronisch Kranken des jährlichen Bruttoeinkommens) überschritten ist.
Praxen müssen den Eigenanteil zu Beginn der Behandlung einfordern. Wird nicht gezahlt, muss die Praxis mindestens eine schriftliche Zahlungserinnerung/Mahnung senden. Bleibt die Zahlung aus, kann der offene Betrag im Zuge der GKV-Abrechnung an die Datenannahmestelle gemeldet werden, damit die Kasse den Einzug übernimmt.
Es handelt sich um einen softwaregestützten Prozess, bei dem überfällige Rechnungen und Zuzahlungsforderungen automatisch erkannt und entsprechende Zahlungserinnerungen oder Mahnungen in vordefinierten Intervallen (Mahnstufen) erzeugt werden. Dies spart administrative Zeit und minimiert Zahlungsausfälle.
Ja, mit Praxura generierte Belege und Rechnungen entsprechen den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form (GoBD). Jede Quittung und Buchung wird revisionssicher in der Belegliste protokolliert.